Offene Fragen

Der Fall Stadl-Paura ist geklärt und alle Fragen sind beantwortet. Wirklich alle Fragen? Alle?

Da bleiben doch einige quälende Unsicherheiten. Etwa:

1. Buchingers Studium: Was hat Buchinger eigentlich studiert? Mathematik? Semiotik? Philosophie? Psychologie? Jus? Gar nichts? ….

2. Bellucci und Buchinger: Buchinger bekommt den „schnellen Charakter“ Armstrongs zu spüren. Armstrong ist offensichtlich nicht ganz entspannt, wenn er Buchinger sieht. Zurecht? War da was zwischen Bellucci und Buchinger im Schiffleutmuseum?

3. Da ist doch diese Geschichte mit dem Tod auf Buchingers Terrasse: Wo kommt der her? Steckt sein faschistoider Nachbar dahinter? Gibt es einen Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Vorfällen in Stadl-Paura? Soll Buchinger beeinflusst werden? Wenn ja, in welche Richtung?

4. Monica Bellucci, die rätselhafte Person: Ist sie nun unschuldig oder nicht? Buchinger ist sich ja ganz sicher: „Unklar blieb, ob Monica Bellucci zu den Verdächtigen gehörte. Dass sie nicht unschuldig war, stand jedenfalls außer Zweifel.“ Wenn er sich da nicht getäuscht hat! Noch dazu mit doppelter Verneinung! Was ist in diesem Fall überhaupt mit „unschuldig“ gemeint?

5. Wer ist eigentlich der Autor (die Autorin) des Romans? Über lange Strecken sieht es ja so aus, als wäre Roland Luft der Mann, der die Fäden in der Hand hält. Aber Zweifel sind berechtigt: Mayer, der überaus pflichtbewusste Mayer drängt sich auf, er protokolliert ja über 200 Seiten lang alles aufs Genaueste! Just eine ganz prägnante Stelle lässt uns vermuten, dass auch Mayer nicht alles weiß – vielleicht ist doch Bellucci die Autorin, denn alles oder zumindest viel zu wissen ist bestimmt eine weibliche Eigenschaft. Oder lacht sich gerade ein allwissender Erzähler krumm über diese Hypothesen, die er (sie?) selbst uns als falsche Fährten legte?

Altaussteiger

Alt|aus|stei|ger, der, Nomen, mask.:  (→ siehe auch: Altausspringer) 1. Stelle an der schiffbaren Traun zwischen Gmunden und Stadl-Paura. Hier stiegen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die älteren Schiffer aus und machten sich auf den Rückweg nach Gmunden. Die Verkürzung des Fußwegs sollte das Leben für die Arbeiter leichter machen; gleichzeitig half diese Lösung Hafengebühren sparen, die sich unter anderem nach der Anzahl der Schiffer auf den Salzschiffen, den sog. Traunern, bemaßen. 2. (metaphorisch) älterer Mensch, der aussteigt, d.h. sich den Normen der Gesellschaft durch Denken und/oder Handeln zu entziehen sucht (, nachdem er sich diesen ein Leben lang brav untergeordnet hatte); in unseren Breiten meist zivilisations- bzw. konsumkritische Haltung (→ siehe auch: Hippies, Althippies, Alt68-er). Häufig pejorativ verwendetes Synonym für Loser oder Sozialschmarotzer, vor allem durch die Beobachtung beflügelt, dass es vielen Alten ökonomisch sehr gut geht, während die Jungen bluten. 3. genialer philosophischer Roman von Roland Luft (September 2017, Verlag Nina Roiter) mit Anleihen aus der etwa 3000-jährigen Philosophiegeschichte.